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Krisenzentrum

Anfang Juli 2015 hat Angels‘ Care ein Krisenzentrum für Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung eröffnet.

Es ist eine traurige Tatsache, dass in Südafrika täglich ca. 3800 Kinder und Frauen sexuell angegriffen werden. Nur 0,4% der Täter werden zur Rechenschaft gezogen.

Betrachtet man allein die gemeldeten Fälle so zeigt sich, dass die meisten Opfer aus extrem bedürftigen Verhältnissen stammen. Lebensumstände, wie sie auch in den illegalen Siedlungen um Howick zu finden sind. In 60% der Fälle handelt es sich um Kinder unter 12 Jahren. Bei näherer Analyse von Howick und Umgebung bezüglich der vorhandenen staatlichen Einrichtungen zur Unterstützung solcher Kinder stellt man fest, dass dem Umngeni Stadtbezirk vom Amt für soziale Entwicklung zu wenige ausgebildete Sozialarbeiter zur Verfügung gestellt werden um den vielen Kindern, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind zu helfen. Im konkreten Fall, wenn die Polizeidienststellen von den Behörden Unterstützung anfordern, reagieren diese wegen der Unterbesetzung nur schleppend und eine angemessene medizinische Behandlung kann nur in den ca. 60 km entfernten Krankenhäusern von Pietermaritzburg gewährleistet werden. Demzufolge müssen Kinder, die einen solchen Angriff überlebt haben, oft stundenlang auf Polizeirevieren warten und ihre „Geschichte“ mehrfach unterschiedlichen Beamten erzählen, bevor sie psychische und physische Unterstützung erhalten. Leider gibt es dabei Beamte, die die Kinder regelrecht entmutigen, über den Vorfall zu berichten.

Erst nachdem die Polizeidienststelle einen offiziellen Fall eröffnet hat, wird den Kindern ein Transport zu einer medizinischen Einrichtung ermöglicht, in der sie versorgt und rechtlich relevante Beweise gesammelt werden. Dieser langwierige und schwierige Prozess führt häufig dazu, dass sich die Kinder fühlen, als wären sie ein zweites Mal angegriffen worden. Sie bleiben zurück ohne Hoffnung und ganz bestimmt ohne die Sicherheit einer weiterführenden Unterstützung.

Den Mitarbeitern der Polizeistation Howick war die Einrichtung des Missbrauchs-Krisenzentrums bei Angels‘ Care sehr willkommen, denn die Gebäude liegen sich an der Straße genau gegenüber. Die Beamten können so die Kinder und ihre Angehörigen in einer kinderfreundlichen Umgebung befragen und sicherstellen, dass die Fälle offiziell eröffnet , medizinische Untersuchungen vervollständigt, DNA-Proben genommen und alle Unterlagen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet werden.

Diese Einrichtungen bietet das Zentrum:

Empfangzoom
  • Empfangs / Wartebereich
Untersuchungsraumzoom
  • Untersuchungsraum
  • Duschen und Toiletten
Verwaltungsbürozoom
  • Verwaltungsbüro
Beratung / Befragungzoom
  • Kindgerechter Raum für Beratung und Befragung
  • Ein Raum zum Ankommen, Ausruhen, Beruhigen und notfalls auch als Nachtlager
  • Küche
 

Progress Report Sept. 2015 von Dr. Carolyn Hancock
     (orig. version english)

In unserem Krisenzentrum arbeiten eine gerichtsmedizinisch ausgebildete Krankenschwester sowie mehrere Sozialarbeiter, die sich bereit erklärt haben, alle benötigten Protokolle zu führen. Dadurch ist es möglich eine Risikoabschätzung bezüglich der Sicherheit des Opfers zu erstellen, Beratungsmöglichkeiten anzubieten sowie einen Raum zu schaffen, in dem das Opfer wenn nötig, mit relevanten Vertretern der verschiedenen öffentlichen Stellen zusammentreffen kann.

Zentren, die Zugang zu allen nötigen sozialen, vermittelnden und gesetzlichen Einrichtungen ermöglichen um sicher zu stellen, dass die Opfer Betreuung und Unterstützung am selben Ort und in angemessener Zeit erhalten, sind zwingend notwendig für Südafrika. Durch medizinische und psycho-soziale Heilung helfen diese Zentren, die Würde der Opfer wieder herzustellen und bieten einen Mechanismus, durch den die Fälle bis zu dem Punkt weiterverfolgt werden, an dem eine Identifizierung und Verurteilung des Täters möglich und wahrscheinlich ist.

Wir hoffen sehr, dass das Angels‘ Care Krisenzentrum für missbrauchte und misshandelte Kinder und Jugendliche ähnlich den staatlich initiierten „Thutuzela Centres“ in verschiedenen Krankenhäusern Südafrikas, die eine umfassende Betreuung für Opfer sexuellen Missbrauchs bieten, das erste von vielen durch Non-Profit-Organisationen geleiteten Zentren sein wird, das eine effektive Zusammenarbeit mit allen relevanten staatlichen Stellen zur Verfügung stellt. Solche Zentren können nicht nur die Häufigkeit von Vergewaltigungen in ländlichen Gebieten überwachen, sondern sie stellen gerichtlich relevante Daten zusammen, um die Identifikation und Verurteilung der Täter zu gewährleisten und die emotionale Heilung der Opfer zu fördern.

Das Wichtigste aber ist, dass diese Zentren einen geschützter Raum für Frauen und Kinder bieten, wenn sie ihn am nötigsten haben!

Neues aus Howick

Neues aus Dortmund

  • 27.08.2014  Hilfe von Hamm nach Südafrika

    Hilfe von Hamm nach Südafrika

    Die Kolpingsfamilie Hamm/Bockum-Hövel unterstützt Angels`Care mit einer großzügigen Spende. Weitere Aktionen sind geplant.

Links:

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